Gestern Mittag ging ich von der Arbeit nach Hause. Wie es sich gehört, im Anzug. Plötzlich hielten mindestens fünfzehn Autos mit Gehupe an und eine große Menschenmenge mit Brautpaar stieg aus. Alles sehr pompös und feierlich. Ich musste mich durch diese Menge durchkämpfen. Auf einmal wurde ich von einer bildhübschen, jungen Frau angehalten:
„Ich heiße Julia! Ich bin in dem Auto da gefahren!“ Sie zeigte mit dem Finger hin. „Echt Klasse, die Hochzeit, ne? Von welcher Seite sind Sie denn? Von der der Braut oder der des Bräutigams?“
Ich bückte mich zu der Frau und sagte geheimnisvoll: „Ich bin von der Seite des Liebhabers.“
Die Frau bekam große Augen und öffnete überrascht ihren Mund. So ließ ich die Frau stehen und versuchte, aus der Menge herauszukommen. Wie das Schicksal es wollte, fand ich mich kurzerhand neben der Braut und der besagten Frau, Julia, und hörte folgenden Dialog:
Junge Frau: „Angelika, hast du etwa einen Liebhaber?“
Braut: „Wie kommst du denn drauf?“
Junge Frau: “Hier gibt’s einen Gast von seiner Seite!“
Braut (ängstlich): „Wo?“
Julia sah sich suchend um, worauf ich mich ziemlich schnell verdrückte.