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Alte Computerhasen

Ich erinnere mich noch an die Zeit, als Computer bei uns im Büro eingeführt worden sind. Wir waren eine Marketingfirma, zuständig für Anzeigen in Magazinen und Zeitungen und hatten zwei Büros – eines in der Hauptstadt und das zweite in der Provinz. Unsere Kommunikation lief meistens über Fax – das hieß, meistens mussten wir ziemlich viel Einscannen und raten, was da geschrieben stand.
Im Allgemeinen kam mandann aber zur Einsicht, dass die Texte nun elektronisch gesendet werden sollten.
Wir hier in der Hauptstadt kamen noch relativ gut mit den Computern klar und wußten sogar, wie man den PC einschalten kann. In der Provinz waren die Mitarbeiter und Kunden noch weit davon entfernt, brauchbares Wissen zu besitzen. Die hatten noch eigene Vorstellungen davon, wie ein Dokument elektronisch versendet werden sollte – nämlich in Form einer eingescannten JPEG Datei.
Eines Tages – und daran kann ich mich noch gut erinnern – kam aber die Krönung: Ich bekam per E-Mail eine Datei mit der Überschrift: „Hier_die_Seite_mit_der_Information_zur_Vorlage.jpg“. 300Kb groß. Ich ahnte schon Schlimmeres. Ich öffnete die Datei und da war ein eingescanntes Stück Papier mit der Webadresse drin.

Windows erkennt keine Geräte des Baujahrs 2008

Ich sitze am Computer und lese Nachrichten im Netz. Meine Tochter – 9 Monate alt – sitzt auf meinem Schoß und versucht, auch etwas zu programmieren. Gut nur, dass sie die Tastatur nicht erreichen kann, nur den Touchpad, der ausgeschaltet ist. Ich bin irgendwie ins Lesen vertieft und höre plötzlich das typische Klick-Geräusch von Windows, der den Anschluss eines neues Geräts an den Computer signalisiert. Nach einiger Zeit höre ich, wie das Gerät wieder entfernt wird. Meine Lautsprecher sind sehr leise eingestellt, so dass ich erst einmal nicht reagiere. Als sich das ganze Spiel alle paar Minuten wiederholt, kommt eine Meldung auf den Bildschirm: “Unbekanntes Gerät”. Ich unterbreche also meine aktuelle Beschäftigung und schaue mich um. Vielleicht hat sich der Drucker eingeschaltet …

Und dann sehe ich dieses unbekannte Gerät!

Aus dem Mund meines Kindes ragt ein USB-Kabel, dessen anderes Ende im Computer steckt. Dabei nuckelt sie an diesem Stöpsel mit einer unheimlichen Begeisterung. (Jetzt ist mir auch klar, warum sie auf einmal so ruhig geworden ist.). Ich entferne also das unbekannte Gerät vom Computer, reinige das Kabel so gut es geht und fange schon mal an, die Updates für das unbekannte Gerät zu suchen, da das Gerät immerhin schon neun Monate alt ist – und mein Windows es immer noch nicht erkennt!

Süße Rache

Anmerkung: In Russland bekam man vor einiger Zeit das bei der Arbeit verdiente Geld bar ausgezahlt und nicht wie sonst üblich auf ein Lohnkonto überwiesen.

Ich lege von jedem monatlichen Lohn etwas für meine eigenen “männlichen” Bedürfnisse beiseite. Von meinen 2200 Rubeln monatlich sammle ich also 200 Euro an.
Eines Tages wurde ich krank und musste eine Woche zu Hause bleiben. Mein Kollege zeigte unerwartet Initiative und holte meinen Lohn ab, den er direkt bei meiner Frau abgab. Danach gab es selbstverständlich Streit mit meiner Frau.
Das habe ich ihm nie verziehen. Nach einem Jahr wurde er krank. Also holte ich seinen Lohn ab, legte eine Summe aus meinem Portemonnaie dazu und gab das Geld an seine Ehefrau, mit der Versicherung, dass es sein normales monatliches Entgelt sei.
Der Kollege war danach ziemlich lange im Krankenhaus – freiwillig. In der Atmosphäre, die in seinem Zuhause herrschte, konnte man nur sterben.

Findigkeit der trinkender Gesellschaft

Und es geht wieder um das leidige Thema Saufen. (Wodka – Saufen, versteht sich.) Mein Mann liebt es, sich an Wochenenden mit einer Flasche Hochprozentigem gemütlich vor den Fernseher zu setzen und sich zu betrinken. Mir, als Ehefrau, gefällt es selbstverständlich überhaupt nicht, selbst wenn es nur um das schlechte Beispiel für unsere Kinder geht. Deshalb habe ich mir angewöhnt, ihm nach zwei Gläsern die Wodkaflasche aus der Hand zu nehmen. Alle seine Versuche, die Flasche vor mir zu verstecken, schlagen fehl, da ich ihn sehr schnell ausspionieren kann.
Letzten Samstag passierte etwas sehr Seltsames: Niemand im Hause konnte herausfinden, wo er seine Flaschen versteckt hatte. Wir konnten ihn höchstens mit einem Glas erwischen, das er schnellstmöglich hinunterkippte. Also blieb mir nichts anderes übrig, als die Gläser zu waschen und wieder ins Regal zu stellen.
Die Zeit verging. Mein Ehemann wurde dabei immer freudiger. Schließlich fand ich heraus, dass alle sauberen Gläser im Schrank bis oben hin mit Wodka gefüllt waren

Hochzeit, Braut und Liebhaber

Gestern Mittag ging ich von der Arbeit nach Hause. Wie es sich gehört, im Anzug. Plötzlich hielten mindestens fünfzehn Autos mit Gehupe an und eine große Menschenmenge mit Brautpaar stieg aus. Alles sehr pompös und feierlich. Ich musste mich durch diese Menge durchkämpfen. Auf einmal wurde ich von einer bildhübschen, jungen Frau angehalten:
„Ich heiße Julia! Ich bin in dem Auto da gefahren!“ Sie zeigte mit dem Finger hin. „Echt Klasse, die Hochzeit, ne? Von welcher Seite sind Sie denn? Von der der Braut oder der des Bräutigams?“
Ich bückte mich zu der Frau und sagte geheimnisvoll: „Ich bin von der Seite des Liebhabers.“
Die Frau bekam große Augen und öffnete überrascht ihren Mund. So ließ ich die Frau stehen und versuchte, aus der Menge herauszukommen. Wie das Schicksal es wollte, fand ich mich kurzerhand neben der Braut und der besagten Frau, Julia, und hörte folgenden Dialog:
Junge Frau: „Angelika, hast du etwa einen Liebhaber?“
Braut: „Wie kommst du denn drauf?“
Junge Frau: “Hier gibt’s einen Gast von seiner Seite!“
Braut (ängstlich): „Wo?“
Julia sah sich suchend um, worauf ich mich ziemlich schnell verdrückte.

Training beim Militär

Im Umkleideraum einer Kaserne steht ein Leutnant und brüllt: „Frankfurt!“. Aus den Spinden links springen Soldaten heraus und laufen zu den Spinden auf der rechten Seite und schließen sich dort ein. Nach ein paar Minuten brüllt der Leutnant wieder: „Frankfurt!“. Die Soldaten springen raus und laufen zu den Spinden auf der linken Seite. So geht es alle paar Minuten weiter.
Ein Major tritt ein und sieht sich das Ganze an.
„Was machen Sie hier, Leutnant?“, fragt der Major.
„Ich führe ein Training durch, Herr Major!“
„Was für ein Training?“
„Training-außer-Plan, Herr Major! Wir haben den Befehl erhalten, nach München zu fahren. Und in Frankfurt müssen wir laut Befehl in einen anderen Zug umsteigen!“

Frühlingsstimmung

Endlich haben wir gutes Wetter. – Es scheint die Sonne, die Vögel singen. Die Bäume haben zwar noch keine Blätter, aber schon schießen die ersten Frühlingsblumen aus der Erde. Inmitten dieser Natur treffen wir eine Gruppe Frauen, die den Schnelllauf-Sport mögen. Sie wissen schon, wo man mit so Skistöcken aber ohne Ski herumläuft. Alle haben gleiche Sportanzüge an, bewegen sich absolut synchron wie Roboter auf einer Fertigungsstraße. Die Gesichter sind in einer nichtssagenden Maske verzerrt. So eine Disharmonie inmitten so lebendiger Umgebung.
Als wir an der Frauengruppe vorbeigegangen sind, laufen wir weiter und genießen die Umwelt. Nun treffen wir einen Mann im gleichen Sportanzug wie die Frauen zuvor. Die Skistöcke sind an seinem Rücken befestigt, wie es die Biathlon-Sportler sonst tun. In den Händen hält er einen Holzstock. Läuft so mit einem breiten Lächeln durch die Gegend, pfeift und dirigiert mit dem Stock.
Wir grüßen, dann sagt er: „So ein schönes Wetter! Ich will singen. Hört ihr die Vögel?“. Und die Antwort nicht abwartend: „Habt ihr die Frauen gesehen? Die haben mich aus ihrer Gruppe rausgeschmissen. Ich hab ihnen die Stimmung verdorben!“

Geschäftsmänner und Polizisten

Letztens habe ich in einer deutschen Stadt etwas ganz Besonderes beobachtet. Ich fand es im Grunde genommen deshalb bemerkenswert, weil deutsche Bürger für Ihre Korrektheit berüchtigt sind.
Ich war also in einem noblen Geschäftsviertel, wo man nur Banken und andere Großunternehmen findet. Mit einem sehr teuren Mercedes Benz parkten zwei, in hochkarätige Anzüge gekleidete, Männer im Halteverbot und wollten in einem der Hochhäuser verschwinden. Dann sahen sie Politessen, die gemächlich und methodisch die falsch geparkten Autos abgingen und Strafzettel austeilten.
Die Reaktion der besagten Geschäftsmänner kam augenblicklich. Einer von ihnen rannte mal eben zu einem der Autos, die bereits einen Strafzettel auf der Windschutzscheibe kleben hatten. Dann nahm er diesen und legte ihn bei seinem Auto unter den Scheibenwischer. Anschließend gingen die beiden Geschäftsmänner sorglos ihren Tätigkeiten nach.

Energieeinsparkommission

März dieses Jahres. Ich gehe mal raus, um eine zu rauchen. Dabei sehe ich folgendes Bild: Aus dem Bürohaus gegenüber laufen Leute von Panik ergriffen auf die Straße. Aus allen Fenstern strömt schwarzer Rauch. Im ganzen Gebäude geht das Licht aus. Interessiert frage ich den Hauswart: “Niko! Was ist denn da los?”
“Der Schaltschrank brennt”, antwortet der. “In einem der Büros haben die Damen gefroren. Die haben alle ihre elektrischen Lufterhitzer angemacht – zwei Stück je Tisch. Dazu noch Kühlschrank, Computer, Mikrowelle und so weiter. Das Gebäude ist alt und die Leitung hat es nicht ausgehalten.“
“Was für eine Organisation beschäftigt denn solche Damen?”, frage ich.
Die Antwort haute mich um: “Ach, das sind Beamte – Regionalkommission für Energieeinsparung und Energieeffektivität”

Busfahrt

Eines Tages fahre ich mit dem Bus nach Hause. Es ist eine ziemlich lange Strecke und es würde über eine Stunde dauern, bis ich am Ziel ankomme. Ich sitze also neben einer jungen Frau, die tief und fest schläft. Nach einiger Zeit rutscht ihr Kopf auf meine Schulter und so fahren wir einige Zeit durch die Gegend. Plötzlich ruft sie ganz leise und noch im Halbschlaf:
„Andreas … Andreas … (Das muss ihr Freund sein, denke ich mir.) Und da die anderen Fahrgäste mich schon mit belustigten Blicken traktieren, entscheide ich mich, ein wenig mitzuspielen und frage die Frau:
„Ja, was ist?“
Sie: „Wo sind wir gerade?“
Ich: „Bei dir zuhause.“
Sie: (aufwachend): „Bist du verrückt?! Meine Mutter wird uns doch erwischen!“